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Gott hat viele Namen
Aufsätze

Festival der Religionen

29. Mai - 1. Juni 2009

Köln

 

1)    Dialog der Religionen (Klaus Kück)

2)    Die Einheit in der Vielfalt der Religionen
(Norbert Nicolaus)

 

 

Dialog der Religionen (Klaus Kück)


Die Entstehung unterschiedlicher Religionen

„Die unterschiedlichen Religionen sind das Ergebnis
historischer und geographischer Gegebenheiten.“[i]

Angesichts der vielfältigen Gefahren, Leiden und Unwägbarkeiten des Lebens, denen die Menschheit seit eh und je und mehr oder weniger hilflos ausgesetzt ist, war und ist es ihr natürliches Bestreben, bei einer »höheren Macht« Schutz zu suchen. Schon in den Frühkulturen der Menschheit bildeten sich religiöse Vorstellungen darüber aus, wie ein Schöpfergott seine Schöpfung beschützen könnte und sollte, wie man ihn anrufen und verehren sollte und wie man – im Vertrauen auf seine Hilfe – den schwierigen und gefährlichen Lebensweg besser zu meistern hoffte.

Aus diesem Gefühl der Hilflosigkeit und aus einem umfassenden Schutzbedürfnis heraus entwickelten sich religiöse Traditionen mit ähnlichen Gottesvorstellungen und vergleichbaren moralischen und ethischen Anforderungen an das Idealbild des gottgefälligen Menschen. Dennoch verfestigten sich in der geschichtlichen Entwicklung der Religionsgemeinschaften dogmatische Unterscheidungen, die »meine« Religion und »meinen« Gott von den Vorstellungen der Andersgläubigen abgrenzen, und entwickelten sich Verkrustungen, die die Vorstellungen Andersgläubiger ausgrenzen.

Warum gibt es diese Unterscheidungen und warum konnten sie sich zu scheinbar unüberwindlichen Hürden im interreligiösen Dialog auswachsen? Warum setzten ein Buddha in seinen Lehrreden oder ein Jesus in seinen Predigten so unterschiedliche Schwerpunkte, die sich wiederum von den Aussagen im Koran oder von den vedischen Schriften der hinduistischen Traditionen vielfältig unterscheiden?

  • Weil die Menschen, die von Religionsstiftern wie Jesus und Buddha oder von Krishna angesprochen wurden, in unterschiedlichen Kulturen verwurzelt waren, in unterschiedlichen sozialen Gesellschaftsstrukturen lebten und in diesen Strukturen die ihnen angemessenen spezifischen sozialen Ordnungen entwickelt haben.
  • Weil sich in diesen Kulturen unterschiedliche Gottesbilder entwickelt haben, monotheistische Gottesvorstellungen wie im Christentum, Judentum und im Islam oder die vermeintliche »Vielgötterei« im Hinduismus – oder gar die abstrakten Vorstellungen zum göttlichen Urgrund, wie sie im Buddhismus und in den Weisheitslehren vedischer Traditionen zum Ausdruck kommen.
  • Und weil wir mehr oder weniger alle durch eine Vielzahl und Vielfalt täuschender Geistesfaktoren an der spontanen Akzeptanz einer tiefgründigen göttlichen Wahrheit gehindert werden. Nicht umsonst hat der Buddha die große Anzahl seiner Lehrreden, angeblich 84.000 Lehrreden, mit der ebenso großen Anzahl geistiger Hindernisse begründet, die es den Menschen so schwer machen, zu dieser göttlichen Wahrheit vorzudringen.


Die Notwendigkeit der Annäherung

Solange wir in separaten Kulturkreisen nur weit genug voneinander angesiedelt waren und sich die Kontakte und der spirituelle Austausch mit anderen Gemeinschaften auf wenige und zumal noch exotisch klingende Reiseberichte von Abenteurern, Entdeckern und Missionaren beschränkten, konnten sich kulturspezifische Glaubensunterschiede in den Grenzen ihrer dogmatischen Vorgaben weitgehend verstetigen – sieht man einmal von den wenigen Brüchen in der Geschichte der Religionen ab, wie sie beispielsweise im Christentum in der Abspaltung der reformierten von der katholischen Kirche zum Ausdruck kam, oder wie sie sich im Islam in den aktuell wieder zutage tretenden Konflikten zwischen Sunniten und Schiiten zuspitzen.

Mit dem Zusammenrücken der Völker und insbesondere mit der rasanten Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie in jüngster Zeit bahnt sich in allen Lebensbereichen – sowohl in Fragen der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft wie auch in einem wachsenden Umweltverständnis – eine Globalisierung an, die auch die Unterschiede in den bestehenden Weltreligionen infrage stellt. Sie zwingt ihre Anhänger, vom obersten Religionsführer bis hin zum »gemeinen« Gläubigen, sich mit den unterscheidenden Merkmalen ihrer religiösen Ansichten und mit denen der anderen Glaubensrichtungen auseinander zu setzen.

Die Zeiten des unreflektierten Nebeneinanders der Religionen werden immer fragwürdiger und der Ruf nach interreligiösem Dialog wird drängender.

Eine Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse dominieren und der nicht hinterfragte Glaube an kirchliche Dogmen nicht mehr blindlings akzeptiert wird, »schreit« geradezu nach einem weltweiten interreligiösen Dialog. Migrationsprobleme und multikulturelle Gesellschaften verschärfen die Gefahren, die in der Verdrängung der notwendigen Verständigung mit Andersgläubigen liegen. Sie verdeutlichen, dass ein »Clash der Kulturen« nur im gegenseitigen Verstehen und im toleranten Umgang miteinander zu vermeiden sein wird.

Zutreffend hat denn auch der Theologe Hans Küng in seinem „Projekt Weltethos“ die Notwendigkeit erkannt, dass es

  • „keinen Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen geben kann
  • und dass es keinen Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen geben kann.“[ii]

Für Küng haben alle Weltreligionen bedeutende Gemeinsamkeiten: Alle Weltreligionen verbinde die Überzeugung von der fundamentalen Einheit der menschlichen Familie, von der Gleichheit und Würde aller Menschen, sowie der Glaube, dass Liebe, Mitgefühl, Selbstlosigkeit und die Kraft des Geistes und der inneren Wahrhaftigkeit letztlich größere Macht haben als Hass, Feindschaft und Eigeninteressen, ebenso wie die tiefe Hoffnung, dass letztlich der gute Wille siegen werde.


Verstehen als Voraussetzung für echten Dialog

Um andere Religionen verstehen zu können, muss ich sie zunächst kennen lernen, mich ernsthaft um ihre Inhalte bemühen, ihre Argumente verstehen, und prüfen, ob sie nicht auch für mich annehmbar und anwendbar wären.

Vor allem ist es nicht angemessen, mich vorschnell zu Bewertungen der mir befremdlich erscheinenden Inhalte anderer Religionen hinreißen zu lassen, oder gar anderen eine vermeintliche Überlegenheit meiner religiösen Vorstellungen zu suggerieren und ihnen diese aufzudrängen.

„Es ist nicht richtig, Einheitlichkeit vorzuschreiben.“[iii]

Der Andersdenkende hat ein unverbrüchliches Recht, anders zu Denken:

  • Zum einen, weil es verschiedene Wege zur spirituellen Vollkommenheit gibt. Beispielsweise den Weg des selbstlosen Dienens, „Love all, serve all“, oder den mystischen Weg der Hingabe mit dem Ziel der Vereinigung mit dem Göttlichen oder den Weg des Verstehens und der Selbsterkenntnis, der direkten Erfahrung der anfänglichen und unverbrüchlichen Einheit mit dem Göttlichen.
  • Und zum anderen, weil nicht der Mensch, sondern göttliche Gnade den Verlauf unserer spirituellen Wege bestimmt und wir – als seine göttlichen Werkzeuge – auch nur das für richtig empfinden und verkünden können, was für uns als spirituelle Erfahrung hier und jetzt angesagt ist.

Hier gilt es vor allem, die Andersartigkeit und das Andersdenken des anderen zu respektieren, um in einen wirkungsvollen Dialog eintreten zu können, das heißt, mit dem zunächst Andersdenkenden die Möglichkeiten einer dialektischen Verständigung auszuloten.

„Ihr solltet nicht über die Unterschiede der Religionen diskutieren, sondern das Wesentliche und Gemeinsame, nämlich das Ziel, zu dem sie alle hinführen, erkennen.“[iv]

Es gilt, Rücksicht zu nehmen auf die seelischen Befindlichkeiten und Traumata, die ungeschickte vorangegangene Auseinandersetzungen und missionarische »Vergewaltigungen« hinterlassen haben:

„Sprecht zu Anfang nicht über bestehende Unterschiede in den Religionen, sondern betont eher offensichtliche Übereinstimmungen, so dass die zarten Seelen, für die ihr verantwortlich seid, nicht verwirrt oder schockiert werden.“[v]

Nur so kann ein geduldiger Prozess gegenseitiger Vertrauensbildung eingeleitet werden und der Boden für eine Erkenntnis vorbereitet werden, die die bisherigen Wege unterschiedlicher Spiritualität in eine umfassende Wahrheit einmünden lassen.


Es gibt nur eine Wahrheit

„Es gibt viele Religionen, aber nur eine Wahrheit.“[vi]

Wir können aus einem unterschiedlichen Gottesverständnis unterschiedliche Wege zu Gott und einen anderen Weg des persönlichen Gottesdienstes gehen, aber nicht einen anderen Gott anbeten.

Warum nicht?

Wenn das Göttliche in seiner Essenz – wenn auch nicht in seiner Wahrnehmung durch den Menschen – allesdurchdringend und deshalb allgegenwärtig ist, wo sollte dann noch Raum sein für einen »zweiten« Gott?

Wenn es nur einen Gott gibt, wird es für mich zunehmend unwesentlich, ob ich zu Gott, Allah, Ishvara oder zu welchem Gottesbild auch immer bete, und ob ich in einer Kirche, einer Moschee oder in einem Tempel bete.

„Religion heißt Verwirklichung. Da es aber nur eine Verwirklichung gibt, ungeachtet dessen, zu welcher Religion sich die Menschen bekennen, ist es eine logische Schlussfolgerung, dass alle Religionen in ihrem Kern gleich sind; oder, um es noch präziser auszudrücken: Es gibt nur eine Religion.“[vii]

Wann aber ist die Zeit reif für eine solche Erkenntnis? Eine Zeit, in der auch die Kirchenführer bereit sein müssten, ihren jeweiligen Alleinvertretungsanspruch in Fragen der religiösen Wahrheit aufzugeben und auf solche Privilegien ihres Amtes zu verzichten, die sich aus der unangemessenen Abgrenzung zu anderen Religionen herleiten.

Folgt man den Darlegungen Sathya Sai Babas, dann ist die Zeit hierfür noch in dieser Avatarschaft Sai Babas gekommen:

„Erkennt die Einheit der Göttlichkeit, sinnt über diese Wahrheit nach, betrachtet diese Wahrheit als Gott und verbreitet diese Wahrheit an alle.“[viii]

Die Aufforderung, jetzt endlich die Ebenen der spirituellen Ab- und Ausgrenzung zu überwinden und die Einheit der göttlichen Wahrheit zu erkennen und zu verinnerlichen, gipfelt in einer Ansprache Sai Babas vom 25. Oktober 2004, in der er die Täuschungen unserer weltlichen Wahrnehmungen aufdeckt und eindringlich unsere unverbrüchliche Einheit mit der Göttlichen Wahrheit offenbart, gepaart mit seinem Versprechen, dass in dieser Rede alles enthalten sei, was wir zukünftig diesbezüglich lernen und verstehen sollen.[ix]

Die Ebene vieler interreligiöser Dialoge konzentrierte sich bislang auf das bekannte Sprichwort: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu.“

Der spirituellen Bedeutung des Wortes »Logos«, des göttlichen Gedankens, und seiner Durchdringung im »Dialog« wird diese Form des interreligiösen Gesprächs, die sich nur auf den Austausch »unschädlicher« Gemeinsamkeiten beschränkt, nicht gerecht: weil sie nicht gestattet, sich im gegenseitigen Austausch und Lernen in die essentielle und verbindende Einheit aller Religionen zu entwickeln.

„Die Essenz aller Religionen ist dieselbe, aber nicht alle erkennen diese Wahrheit.“[x]

Nicht zur gleichen Zeit, möchte ich hinzufügen. Denn,wem die Stunde schlägt“, wer durch göttliche Gnade einsehen und verstehen soll, dass in den verschiedenen Religionen nicht von »Gleichem« oder »Ähnlichem« gesprochen wird, sondern von »Demselben«, der muss sich auch auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen einlassen!

Es bleibt ein schwieriger und zeitraubender Weg, diese letztlich eine Wahrheit – trotz ihrer unterschiedlichen Benennungen, beispielsweise in der christlichen Mystik, in den buddhistischen Leerheitsphilosophien und in den vedischen Lehren der Non-Dualität, zutiefst aufzunehmen und in natürlicher Weise als Einheit zu leben. Manche meinen das Gleiche, zögern aber immer noch, das Gleiche als das Verbindende anzuerkennen; nur allmählich werden wir darauf vorbereitet, das »Gleiche« als »Dasselbe« anzunehmen.


[i] Sathya Sai Baba spricht, Band 30, S. 75

[ii] Hans Küng, Projekt Weltethos, München 1990

[iii] Sommersegen in Brindavan, Band 3, S. 33

[iv] Sommersegen in Brindavan, Band 4, S. 114

[v] Sathya Sai Baba spricht, Band 10, S. 115

[vi] Sathya Sai Baba spricht, Band 20, S. 131

[vii] Sommersegen in Brindavan, Band 7, S. 54

[viii] Sathya Sai Baba, Ansprache vom 21. Oktober 2007

[ix] Vergl. Sathya Sai Baba, Ansprache vom 25. Oktober 2004

[x] Sathya Sai Baba, Ansprachen, S. 53

Anmerkung:
Die Seitenangaben der Zitatquellen beziehen sich auf die CD-ROM „Sathya Sai Baba. Ansprachen und Schriften.“ Version 2 (2002), Verlag der Sathya Sai Vereinigung

 


 

Die Einheit in der Vielfalt der Religionen -
Kulturelle Zeugnisse in Ost und West        
(Norbert Nicolaus)
 


Die Vielfalt religiöser Anschauungen ist heute ein gesellschaftlich stark beachtetes Thema. Mit Blick auf unsere immer globaler denkende Welt nehmen sich Fernsehen, Zeitschriften oder Wanderausstellungen dieses Themas mediengerecht an und werben um Verständnis für „das Fremde“. Im Vordergrund steht dabei der Toleranzgedanke – ein gesellschaftliches Erfordernis aller ersten Ranges. Welchen Beitrag kann das geplante Festival der Religionen in diesem Zusammenhang leisten? Und welche Impulse enthält Sai Babas Lehre?


Von der Toleranz zur Einheit

Die Notwendigkeit, sich gerade in unserer Zeit mit den unterschiedlichen religiösen oder weltanschaulichen Systemen auseinander zu setzen, ist augenscheinlich, wenn man beobachtet, welches Konfliktpotential das oft unvermittelte Aufeinandertreffen fremder Kulturen mit sich bringt. Kulturen sind in starkem Maße von der jeweils vorherrschenden Religion geprägt, so dass die Frage nach den Wesensmerkmalen einer Kultur auch die Frage nach den Wesensmerkmalen ihrer Religion beinhaltet. Welche Erkenntnisse könnte uns ein „Dialog der Kulturen“ verschaffen? Zu welchem Zwecke sollte er geführt werden?

Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Versuche gegeben, weltlichen Zielen einen „religiösen Deckmantel“ zu geben und ihnen damit einen quasi-sakralen Argumentationsrahmen zu verschaffen. Das hat dazu geführt, dass man die Religion schon als einen der Hauptverursacher von Kriegen abgestempelt hat – allerdings ohne sich genauer mit ihr befasst zu haben. Es ist daher von größter Dringlichkeit, sich einmal die universellen Werte und Prinzipien in den Religionen anzuschauen, um so einen echten „Dialog der Religionen“ und eine echte Verständigung zwischen den Religionen auf allen Ebenen zu ermöglichen.

Das „Projekt Weltethos“ des Tübinger Theologen Prof. Hans Küng ist dafür ein Beispiel. Küngs Ansatz hat schließlich als „Erklärung zum Weltethos“ am 4. September 1993 in Chicago Eingang in das „Parlament der Weltreligionen“ gefunden. Einleitend heißt es in der Erklärung: „Wir sind Frauen und Männer, welche sich zu den Geboten und Praktiken der Religionen der Welt bekennen: Wir bekräftigen, dass sich in den Lehren der Religionen ein gemeinsamer Bestand von Kernwerten findet und dass diese die Grundlage für ein Weltethos bilden. Wir bekräftigen, dass diese Wahrheit bereits bekannt ist, aber noch mit Herz und Tat gelebt werden muss.“1

Viele herausragende Persönlichkeiten der Weltgeschichte haben den gefährlichen Charakter religiöser Parteilichkeit erkannt und daher „religiöse Toleranz“ gelebt. In der deutschen Geistesgeschichte ist es beispielsweise Lessing gewesen, der sich mit der Frage nach der „wahren Religion“ auseinandergesetzt hat. In der „Ringparabel“ in „Nathan der Weise“, wo es darum geht, unter drei gleichaussehenden Ringen, den echten Ring, der seinen Träger „vor Gott und den Menschen angenehm machen“ solle, herauszufinden, überzeugt nicht irgendeine quasi-objektive Wahrheit, sondern allein die Praxis ihrer Lehre; wie Sai Baba sagt: „Wenn jeder den seiner Religion entsprechenden Glauben entwickelt und die Lehren seiner Religion befolgt, dann ist kein Raum für die heute existierenden Streitigkeiten.“2

Auch Schillers Wort: „Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, die du mir nennst. Und warum keine? Aus Religion.“ ist ein Hinweis darauf, dass sich hinter allen Äußerlichkeiten religiöser Praxis noch etwas „verbirgt“, das wesentlicher ist, das, wie es bei Nikolaus von Kues heißt, noch vor der Religion steht.

Ein Verstehen und Akzeptieren der Vielfalt der Religionen reicht also nicht aus, um die Wahrheit zu erkennen und das Konfliktpotential wirksam zu vermindern, denn wie die Geschichte zeigt, ist der Toleranzgedanke nur eine erste Annäherung an das, worum es wirklich geht: an die aller Verschiedenheit zugrundeliegende Einheit. Wir wollen daher vier Persönlichkeiten zu Wort kommen zu lassen, die sich nicht nur durch ihren kulturellen Hintergrund unterscheiden, sondern auch in ganz unterschiedlichen Jahrhunderten gelebt haben: im Osten König Ashoka und Mahatma Gandhi und im Westen Nikolaus von Kues und K. O. Schmidt.


König Ashoka

Eines der frühesten Zeugnisse politisch gewollter religiöser Toleranz finden wir in der Person König Ashokas (273-232 v. Chr.). Nach einer Vielzahl von kriegerischen Eroberungszügen begegnete Ashoka der buddhistischen Lehre. Er erkannte, dass seine politischen Erfolge das Blut Tausender Menschen gekostet hatten: „Danach aber, nach der Eroberung des Landes Kalinga, ergab sich Devanampiya (=Ashoka) dem Studium des moralischen Gesetzes, der Liebe zum moralischen Gesetz und widmete sich der Belehrung über die Forderungen des moralischen Gesetzes. Darin zeigt sich das Bedauern des Devanampiya über die Eroberung des Kalinga-Landes. Denn Devānampriya betrachtet es als schmerzlich und beklagenswert, dass die Eroberung eines fremden Landes von Gemetzel, Tod und Verschleppung begleitet ist.“ – heißt es in seinem 13. Felsenedikt.3

Ashoka – „Devanampiya“ ist sein Titel und bedeutet „Göttergeliebter“ – schwor fortan allen weiteren kriegerischen Unternehmungen ab. Unter seiner Führung entstand das erste indische Großreich und er brachte es zu hoher wirtschaftlicher und kultureller Blüte. An vielen Stellen seines Reiches ließ er Säulen errichten oder benutzte vorhandene Felsen und ließ auf ihnen je 14 textidentische Edikte einmeißeln.

In Sarnath, heute einem Stadtteil von Benares (Varanasi), wo Buddha Seine erste Lehrrede gehalten haben soll, ließ Ashoka eine seiner legendären 14 m hohen und 50 Tonnen schweren „blauen Säulen“ aufstellen, Sandsteinmonolithe, die so glatt poliert waren, dass man sie wegen ihrer blauen Farbe für Metall hätte halten können. Auf ihr waren vier Rücken an Rücken sitzende Löwen, deren Köpfe in die vier Himmelsrichtungen schauten, in Stein gemeißelt. Ein 5 m hoher Säulenrest steht hier heute noch an seiner ursprünglichen Stelle. Im 12. Edikt, dem berühmten „Toleranz-Edikt“, heißt es:

„Der König Devānampriya Priyadārsin ehrt alle religiösen Vereinigungen, sowohl Büßer wie Laienanhänger mit Spenden und bedenkt sie auch sonst mit allerlei Ehrungen. Aber äußeren Reichtum und Ansehen hält Devānampriya bei allen religiösen Vereinigungen nicht für so wichtig wie das Wachstum der inneren Werte. Dieses Wachstum der inneren Werte ist auf vielfache Weise möglich. Voraussetzung aber dafür ist die Zurückhaltung im Reden, auf dass man nicht bei unpassender Gelegenheit die eigene religiöse Vereinigung herausstreiche und über andere religiöse Vereinigungen abfällig urteile. Auf jeden Fall aber muss man sich bei Lob und Tadel Mäßigung auferlegen. Bei passender Gelegenheit aber soll man auch den anderen religiösen Vereinigungen seine Achtung bezeugen. Wenn man sich so verhält, dann fördert man die eigene religiöse Vereinigung und benimmt sich richtig gegen die anderen religiösen Vereinigungen. Verhält man sich anders, so schädigt man die eigene religiöse Vereinigung und verletzt die anderen religiösen Vereinigungen. Wer aber die eigene religiöse Vereinigung herausstreicht und über die anderen religiösen Vereinigungen abfällig urteilt und dies alles in der Absicht, der eigenen religiösen Vereinigung einen Dienst zu erweisen und die Interessen der eigenen religiösen Vereinigung zu fördern, der fügt durch solches Verhalten der eigenen religiösen Vereinigung nur beträchtlichen Schaden zu.“4

Diesen Gedanken hebt auch Sai Baba in vielen Seiner Ansprachen immer wieder hervor: „Wenn also jemand am Glaubensbekenntnis eines anderen etwas auszusetzen hat, beschmutzt er damit seinen eigenen Glauben. Wer die Religion eines anderen verunglimpft, enthüllt seine Unwissenheit über das Wesen der Religionen und der Herrlichkeit Gottes.“5 Oder an anderer Stelle, wo es heißt: „Bhāratīyas wissen, dass es immer eine Beleidigung des einen Gottes ist, wenn man die Namen und die Formen Gottes, die andere verehren, verachtet. Das ist die Botschaft, die durch Indiens spirituelles Leben zum Ausdruck kommt.“6 Diese Jahrtausende alte Tradition religiöser Toleranz, verbunden mit einem klaren Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit, prägt den Hinduismus mit seiner Vielfalt religiöser Praktiken auch heute noch.


Mahatma Gandhi

"Gott hat keine Religion." (Gandhi)

Mehr als 2.000 Jahre später ist es wieder ein politischer Führer in Indien, der diese Haltung zur Grundlage seines Handelns gemacht hat: Mahatma Gandhi.

Schon früh im Kontakt mit christlichen und muslimischen Gesellschaften, blieb er zwar seiner hinduistischen Herkunft verpflichtet, versuchte aber stets, alle religiösen Bekenntnisse gleich zu achten. Seinem Denken, Reden und Handeln lag die Haltung der Gleichwertigkeit aller Religionen zugrunde. In kleineren Zeitungsbeiträgen beantwortete er vor allem in den 30er Jahren Fragen und Einwände seiner Anhänger.

Am 13. März 1937 schrieb er im „Harijan“ („Gotteskinder“ – Gandhis Bezeichnung der sog. Kastenlosen seines Landes) auf den Einwand eines Besuchers, der bezweifelt hatte, dass es Sinn mache, einzelne Religionen zu vergleichen, da es doch verschiedene Wege seien:

„Sie haben recht, sie lassen sich nicht vergleichen. Aber sogar daraus lässt sich ableiten, dass sie gleich sind. Alle Menschen sind frei und gleich geboren, aber der eine ist viel stärker oder schwächer als der andere, körperlich und geistig. Daher herrscht, oberflächlich betrachtet, keine Gleichheit zwischen den beiden. Dennoch gibt es eine grundsätzliche Gleichheit. In unserer Nacktheit wird Gott mich nicht als Gandhi und Sie nicht als Keithan erkennen. Und was sind wir in diesem mächtigen Universum? Wir sind weniger als Atome, und es hat keinen Sinn zu fragen, welches kleiner und welches größer ist. Von Natur aus sind wir gleich. Die Unterschiede von Rasse und Hautfarbe, Geist und Körper, von Klima und Nation sind vergänglich. Mithin sind im wesentlichen auch alle Religionen gleich. Wenn man den Koran liest, muss man es mit den Augen eines Muslims tun; die Bibel muss man mit den Augen eines Christen lesen; und die Gita mit den Augen eines Hindus. Worin besteht der Sinn, Einzelheiten hervorzuheben, um eine Religion dann lächerlich zu machen?“7

Für Gandhi ist die Quintessenz des Hinduismus im ersten Mantram der Ishopanishad zusammengefasst, wo es heißt: „Alles, was in diesem Universum ist, groß oder klein, einschließlich des winzigsten Atoms, ist von Gott durchdrungen, den wir unseren Schöpfer oder Herrn nennen.“8 – und war mit einschließt, dass alle Religionen Teil dieser universellen Ganzheit und somit prinzipiell „gleich“ sind.


Nikolaus von Kues

Nikolaus von Kues, ein bedeutender Philosoph und Kardinal des 15. Jahrhunderts, der dem Neuplatonismus und Meister Eckhart sehr nahe stand, vertrat in seiner philosophischen Theologie die Auffassung, dass der eine Gott auf rationalem Wege dem Menschen nicht erkennbar sei. Auch war ihm der Advaita-Gedanke geläufig. Er ging davon aus, dass es in der unerkennbaren Sphäre Gottes keine Trennung gebe, denn wo alles Eins sei, könne es auch keine „besonderen Namen“ geben. 

Vor allem spiegele jede Religion nur einen Teil der einen göttlichen Wahrheit. Nikolaus spricht daher von der „einen Religion in verschiedenen Riten“. In seiner wegweisenden Schrift „De pace fidei“ (Über den Frieden im Glauben), heißt es: „Wenn wir Menschen uns dies bewusst machen, [dass Gott uns so anschaut, wie wir ihn anschauen – A.d.V.] werden das Schwert, der Neid und jegliches Unheil aufhören und alle werden erkennen, dass es nur eine einzige Religion in der Mannigfaltigkeit der Riten (una religio in varietate rituum) gibt. Diese Verschiedenheit abzuschaffen ist nicht sinnvoll – sie trägt ja zur Frömmigkeit (devotio) bei und ein jedes Land mit seinen religiösen Ausdrucksformen ist um so eifriger darum bemüht, Dir zu gefallen: aber es soll wenigstens, wie Du einer bist, die Religion eine sein – und die Anbetung soll alle vereinen.“9 

In einer Zeit, als Konstantinopel 1453 fiel und durch Mohammed II erobert wurde, schrieb Nikolaus von Kues noch ganz unter dem Eindruck der Schreckensmeldungen vom Bosporus die bereits zitierte Schrift „De pace fidei“ als einen Dialog, an dem er Vertreter von 17 Religionen und Nationen teilnehmen lässt. Er beginnt ihn mit dem Bekenntnis:

„Die Kunde von den Grausamkeiten, die kürzlich in Konstantinopel vom Türkenkönig verübt worden sind und jetzt bekannt wurden, hat einen Mann, der jene Gebiete einstmals sah [Nikolaus spricht hier offensichtlich von sich selbst und seiner Reise in diese Stadt – A.d.V.], so mit Inbrunst zu Gott erfüllt, dass er unter vielen Seufzern den Schöpfer aller Dinge bat, er möge die Verfolgung, welche wegen der verschiedenen Religionsausübung mehr denn je wütete, in seiner Güte mildern. Da geschah es, dass dem ergriffenen Mann nach einigen Tagen – wohl aufgrund der täglich fortgesetzten Betrachtung – eine Schau zuteil wurde, aus der er entnahm, dass es möglich sei, durch die Erfahrung weniger Weiser, die mit all den verschiedenen Gewohnheiten, welche in den Religionen über den Erdkreis hin wohl vertraut sind, eine einzige und glückliche Einheit zu finden, und durch diese auf geeignetem und wahrem Weg einen ewigen Frieden in der Religion zu bilden.“10 

Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein Gespräch zwischen den Vertretern der siebzehn Religionen und Nationen und man bittet das „göttlichen Wort“ um Klärung, weil doch aller Streit zwischen den Religionen immer in seinem Namen geführt werde. Außerdem würden die meisten Menschen in Armut, unter großer Mühsal und in sklavischer Abhängigkeit von ihren Herrschern leben, so dass sie gar nicht die Muße hätten, ihren freien Willen zu gebrauchen, um zu eigener Erkenntnis des „verborgenen Gottes“ zu gelangen. Wenn aber eine Versammlung von weisen Männern aus den verschiedenen Religionen zusammenkäme, dann sei doch die Lösung „einfach“. 

Als der älteste der teilnehmenden Religionsvertreter fragt, wie man denn die Vielfalt der Religionen zusammenbringen solle, da jede von ihnen wohl kaum eine neue, vereinte Religion akzeptieren würde, nachdem sie ihre eigene schon oft mit ihrem Blut verteidigt hätten, antwortet „Gottes Wort“, dass es gar nicht notwendig sei, eine neue Religion einzuführen, da die wahre Religion vor allen anderen Religionen liege. Die Frieden verheißende Einheit der Religionen sei mitnichten ein synthetischer neuer Glaube, sondern etwas, das weit über allen von Menschen gemachten Konzepten liege. 

Dieser Einheitsgedanke, den wir so auch bei Sai Baba finden, unterscheidet sich sehr wohl von vielen modernen Formen des ökumenischen Dialogs, bei dem es weniger um die eine zugrundeliegende Wahrheit in allen Religionen geht als vielmehr um die „demokratische“ Vielheit religiöser Meinungen.


K. O. Schmidt

K.O.Schmidt, eine der führenden Persönlichkeiten der Neugeistbewegung in den 50er und 60er Jahren, hat sich mit mehr als 100 Buchveröffentlichungen dem spirituellen Fortschritt der Menschheit gewidmet. Im 5. Band der poetischen „Hilarion-Bücher“ gibt es ein Kapitel „Bruderschaft der Religionen“11 aus dem hier zitiert werden soll:

  • Viele Religionen pilgerten schon über diese Erde. Und alle sind gut – denn jede ist von Gott. Jede Religion war eine Antwort auf das glühende Sehnen Gottes im Menschen nach innigerem Einssein mit der Gottheit des Alls. (....) Ihre Verschiedenheit musste sein, da die Menschen und Völker verschiedenen Reife-Stufen zugehörten. (....) Jeder Zeit war eine Wahrheit in einer Form gegeben, die ihrer inneren Entwicklung entsprach. Denn noch verstanden die Kinder des Westens nicht die Sprache des Ostens, oder die Kinder des Südens die des eisigen Nordens. Wenn Du den Einwohnern eines fremden Landes Dich verständlich machen willst, wirst Du in ihrer Sprache zu ihnen reden. So auch mussten die Großen Liebenden zu den Völkern sprechen in der Sprache und den Gedanken-Bildern dieser Völker. (....)
  • Jede Religion ist eine Ausstrahlung des Liebeswillens der Gottheit. Jede Religion hat ihre Mission. Hinter allen aber steht die immer gleiche Liebe Gottes, aus der alles Gewordene einst hervorging. Jede Religion ist ein neuer Ruf der Ewigen Liebe, ein Ruf, heimzukehren in die Heimat im Licht.
  • Immer, wenn die Finsternis der Nicht-Erkenntnis sich lastend über die Lande breitete, immer, wenn die Wogen des Machtwillens am wildesten tobten, wurden die Religionen in die Menschheit geboren. Immer, wenn die Not am größten war, war auch die Hilfe allen Suchenden am nächsten. jede Not trug in sich den Keim zu ihrer Wende. (....)
  • Jede Religion ist die lebendige Antwort auf das höchste Sehnen der Zeit, da sie dem Unendlichen entströmte und sich im Herzen der Menschheit gebar. Darum ist jede Religion auch die Erlösung ihrer Zeit. Sie trägt die Herz-Erkenntnisse der Menschheit aus abermals größeren Tiefen empor an das Tageslicht wacher Bewusstheit. (....)
  • Doch wenn auch die Religionen äußerlich sich unterscheiden, innerlich weisen sie zum gleichen Einen Ziel. Jede Religion ist nur eine andere Widerspiegelung der Einen Wahrheit, die alle Herzenslehren durchzieht wie die Schnur die Perlen einer Kette. (....)
  • Jede Religion brachte der Menschheit ihre Botschaft von der unendlichen Schönheit des Göttlichen. Jede Religion war ein Weg; alle Wege aller Religionen aber führen zu Gott. (....)
  • Die Religion, der Du anhängst, ist weder die einzige, noch die erste oder die letzte, sondern eine aus einer unabsehbaren Reihe. Jede ist an ihrer Stätte eine Notwendigkeit, ein Wender der Not. Darum haben alle Religionen das gleiche Recht, den gleichen Kern und das gleiche Eine Herz. Denn so verschieden sie auch scheinen, jede von ihnen bildet den unentbehrlichen Teil eines lebendigen ganzen, einen blühenden Zweig am Baume der Herz-Religio, dem immer neue Zweige entsprossen.

Auch Sathya Sai Baba sagt, dass die Religionen sich den Bedürfnissen und dem Verstehenshorizont ihrer Zeit angepasst haben: „In Indien jedoch gibt es von alters her viele Religionen, viele Wege, welche alle das Sehnen des Menschen widerspiegeln und ihn nach innen und aufwärts führen. Es gibt daher viele Möglichkeiten, von welchen der einzelne diejenige wählen kann, die seiner spirituellen Entwicklungsstufe entspricht. Und so kann er sich, mit den Füßen fest und sicher auf dieser Stufe stehend, zu größeren Höhen emporschwingen.“12

Religion ist also zeitlich, oder wie K. O. Schmidt schreibt: „Jede Religion ist die lebendige Antwort auf das höchste Sehnen der Zeit, da sie dem Unendlichen entströmte und sich im Herzen der Menschheit gebar.“13 Und wir können mit Swami sagen: „Was Religion genannt wird, ist etwas, das aus dem Inneren des Menschen kommt.“14


Einheit in der Vielfalt

Wie wir sehen, ist der Dialog der Religionen und Kulturen ein Konzept, das in heutiger Zeit mehr denn je vonnöten ist. Wie aber sollte es umgesetzt werden? Welcher Ansatz ist in der Lage, das festgefahrene Denken in den unterschiedlichen kulturellen Traditionen zum Dialog hin aufzubrechen? Ein Schlüsselbegriff könnte die „Einheit in der Vielfalt“ sein. Zwar wird diese Einheit mit bester Absicht immer wieder beschworen, doch haben viele davon nur eine unklare Vorstellung. „Einheit“ bedeutet eben nicht den „einen Topf“, in den man all das Vielfältige hineinwirft, also was man gemeinhin als „Synkretismus“ bezeichnet, sondern vielmehr ein höheres gemeinsames Prinzip, das es im Zuge des Dialogs aufzudecken gilt. Die Einheit in der Vielfalt ist ein philosophisches Konzept, das weit über den Toleranz-Gedanken hinausgeht.

Dieses Konzept beinhaltet einen Wechsel der Sichtweise. Wenn wir nur die Vielfalt religiöser Praktiken betrachten, die Buntheit religiöser Feste erleben oder die unterschiedlichen dogmatischen Anschauungen studieren usw., dann bleiben wir der dualen Ebene verhaftet, die keine Einheit kennt; eine Lösung von Problemen ist hier nur begrenzt möglich. Erst wenn wir die Ebene wechseln und diese Phänomene ganzheitlich betrachten, kommen wir zu Erkenntnissen, die es uns ermöglichen, „Probleme“ im wahrsten Sinne des Wortes „aufzulösen“. Die Lösung ist, wie es bei Nikolaus von Kues heißt, eigentlich „ganz einfach“.

Und genau diese Sichtweise will das „Festival der Religionen“ im kommenden Jahr mit seinen Beiträgen entfalten: Sai Babas Kerngedanke von der „Einheit der Religionen“, der sich so überzeugend im Sarvadharma-Symbol, der Lotossäule mit den Weltreligionen, darstellt.


1) Erklärung zum Weltethos, Schrift der Weltethos-Stiftung, S. 2

2) Sathya Sai Baba, Sommersegen in Brindavan 2, 2. Aufl., 1987, S. 157

3) 13. Felsenedikt in: „Vom Wachstum der inneren Werte“, Aus dem Prakrit übersetzt und eingeleitet von Wolfgang Schumacher, 26 „Bodhi-Blätter“, Eine Schriftenreihe aus dem Haus der Besinnung CH - 9115 Dicken 1991, (Quelle: http://www.palikanon.com/diverses/asoka/asoka1.htm ).

4) 12. Felsenedikt in: ebd.

5) Sathya Sai Baba spricht, Bd. 5, S. 230f

6) Sathya Sai Baba, Ewige Wahrheiten, S. 22

7) Mahatma Gandhi, Was ist Hinduismus, Frankfurt/Leipzig 2006, S. 122f

8) ebd. S. 53

9) Bernhard Böttge und Bernhard Dietrich, „Nikolaus von Kues, Erfinder des Globusspiels“, (Quelle: http://www.globoule.de/sicher/cusanus/ix_c3300.htm )

10) zitiert nach Helga Zepp-LaRouche in einem Aufsatz über „Dialog und Kultur“, (Quelle: http://www.schiller-institut.de/seiten/jugendbewegung/pro_ren.htm )

11) Hilarion / K. O. Schmidt, Die großen Liebenden, Pfullingen 1928, S. 60ff

12) Sathya Sai Baba spricht, Bd. 7, S. 129

13) K. O. Schmidt, a.a.O. S. 62

14) Sathya Sai Baba, Sommersegen 1978, S. 147

Anmerkung:
Die Seitenangaben der Zitatquellen zu Sai Baba beziehen sich auf die CD-ROM „Sathya Sai Baba. Ansprachen und Schriften.“ Version 2 (2002), Verlag der Sathya Sai Vereinigung

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